Besuch in einer WillkommensKITA

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Besuch in einer WillkommenKITA
© Sächsische Staatskanzlei

Fast ein Viertel der Kinder in der AWO Kita »Buratino« in Gröditz sind Flüchtlinge. Ein Jahr nach Einführung des Integrations-Projektes WillkommensKITAs berichtet die Kita-Leiterin über Fortschritte und Herausforderungen im alltäglichen Umgang mit den Flüchtlings-Kindern und deren Familien.

Schon kleine Dinge nehmen oft viel Zeit in Anspruch

»Begonnen hat alles im Jahr 2013«, erinnert sich Kita-Leiterin Heike Seifert. Damals kamen die ersten Kinder aus dem nahegelegenen Asylbewerberheim in die AWO Integrative Kindertageseinrichtung »Buratino«. Die Neuankömmlinge waren schon aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse eine enorme Herausforderungen für die Kita in der nordsächsischen Kleinstadt. Erzieher und Eltern verständigten sich anfangs mit Händen und Füßen. Alltägliche Dinge, wie zum Beispiel der Ablauf der Eingewöhnung oder die Klärung der Frage, welche Sachen die Kinder in der Kita benötigen, waren nur schwer zu vermitteln. Außerdem war unklar, mit welchen Erlebnissen aus der Vergangenheit die Kinder in die Kita kamen.

Nahezu ein Jahr später gab es eine Ausschreibung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Sachsen (DKJS) für das Integrations-Programm WillkommensKITAs.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Die Kita »Buratino« ist eine von zehn WillkommensKITAs in Sachsen. Im November 2014 startete das Integrations-Projekt in der Kita in Gröditz.

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Eingang Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

68 Kinder aus insgesamt sechs verschiedenen Nationen besuchen die Einrichtung in der nordsächsischen Kleinstadt.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Das Integrations-Projekt WillkommensKITAs wurde im Jahr 2014 von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ins Leben gerufen.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Ziel des Programmes ist es, einen Ort für Flüchtlingskinder und deren Familien zu schaffen, an dem sie willkommen sind und sich wohlfühlen.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Gleichzeitig unterstützt das Projekt die Kita-Mitarbeiter bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlings-Familien.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Wie gehen wir mit traumatisierten Kindern um? Wie überwindet man sprachliche und kulturelle Barrieren? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Asylrecht? Das Projekt unterstützt die in den Kitas tätigen Pädagoginnen und Pädagogen bei der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen.

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Flüchtlingsjunge in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Derzeit stammt knapp ein Viertel der Kinder in der Kita »Buratino« aus Flüchtlings-Familien.

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Flüchtlingsmädchen in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Oft nehmen die Neuankömmlinge zunächst eine beobachtende Rolle ein.

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Flüchtlingsjunge in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

In der Regel gewöhnen sich die Kinder sehr schnell an den Tagesablauf in der Einrichtung, erzählt Kita-Leiterin Heike Seifert.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Speziellen Sprachunterricht gibt es für die kleinen Neuankömmlinge nicht.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Regelmäßig werden Sprachanlässe geschaffen, um die vorhandenen Sprach-Barrieren möglichst schnell zu überwinden.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Kinder lösen anfängliche Sprach-Probleme auf ihre Art; wenn nötig wird sich mit »Händen und Füßen« verständigt.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Schnell werden Freundschaften zwischen den Kindern geschlossen.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Ohne Ehrenamt und Freiwilligen-Dienst würde die Integrations-Arbeit in der Kita »Buratino« nicht funktionieren.

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Flüchtlingsmädchen in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Neben der Betreuung der Flüchtlings-Kinder nimmt die Verständigung mit deren Eltern oft sehr viel Zeit in Anspruch.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsische Staatskanzlei)

Sprach-Barrieren und kulturelle Unterschiede erfordern viel Fingerspitzengefühl und Geduld beim Abklären alltäglicher Dinge.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Die Flüchtlings-Familien sind sehr froh, dass ihre Kinder eine Kita besuchen dürfen und so den deutschen Alltag kennenlernen.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Die Unterstützung der Einrichtung durch einen speziell geschulten Coach ist einer der Schwerpunkte des Programmes.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Weitere Schwerpunkte des Projektes sind Fortbildungen sowie der Aufbau eines lokalen Unterstützungs-Netzwerkes in der Umgebung der Kita.

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Kinder verschiedener Herkunft in der Kita Buratino in Gröditz, Sachsen
(© Sächsisches Staatsministerium für Kultus)

Auch wenn noch viel zu tun bleibt, ist die Leiterin der Kita »Buratino« sehr zufrieden mit dem Integrations-Projekt. Das Asylbewerber-Heim, die Stadt Gröditz und die Kita arbeiten sehr eng zusammen und tragen so dazu bei, den Integrationsprozess vor Ort zu gestalten.

Das Integrationsprogramm WillkommensKITAs

»Zunächst suchten wir Kitas mit mindestens einem Kind aus einer asylsuchenden Familie im ländlichen Raum. Dort gibt es in der Regel weniger etablierte Unterstützungs-Angebote für die Integration von Asylbewerbern.«, erzählt Axel Möller, Programmleiter im Modellprogramm WillkommensKITAs.

Die Ziele des Programmes sind klar formuliert. WillkommensKITAs sind interkulturelle Orte, an denen Kinder aus asylsuchenden Familien willkommen sind und sich wohlfühlen. Teilnehmende Pädagoginnen und Pädagogen bauen ein lokales Unterstützungs-Netzwerk mit Experten auf, um den Integrationsprozess vor Ort zu gestalten. Finanziell unterstützt wird das Programm vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz des Freistaates Sachsen.

Durch das Projekt WillkommensKITAs kam ein roter Faden in die Integrationsarbeit. Die Teilnehmer am Programm haben die Möglichkeit, dieses ein Stück weit selber zu schreiben.

Heike Seifert, Leiterin der AWO Integrativen Kindertageseinrichtung »Buratino«, Gröditz

Erste Schritte als WillkommensKITA

Im November 2014 startete das Programm in vier sächsischen Kitas. Die Leiterin der AWO Integrativen Kindertageseinrichtung »Buratino«, Heike Seifert, erläutert die Schwerpunkte des Programmes:

Zusammenarbeit mit einem Einrichtungscoach

Einmal pro Monat nimmt ein speziell ausgebildeter Coach an einer Dienstbesprechung in der Kita teil. Gemeinsam mit dem Erzieher-Team werden aktuelle Dinge aus dem Alltag reflektiert. Mal geht es dabei um die Durchführung des Aufnahmegespräches mit einer syrischen Familie, welches mit einem Dolmetscher am Telefon über drei Ecken geführt werden muss. Ein anderes Mal sucht die Kita-Leitung Rat im Umgang mit deutschen Eltern. Der Coach übernimmt dabei die Rolle des Moderators und erhält somit einen individuellen Blick auf die Kita.

Fortbildungen für das Erzieher-Team

Einen zweiten Schwerpunkt des Programmes bilden Fortbildungen und  Fach-Tage zu den Themen interkulturelles Lernen und Spracherwerb, ergänzt durch ganz grundlegenden Fragestellungen, unter anderem zu Asylrecht und der Rolle der Frau. Externe Referenten und Experten unterstützten auf den Gebieten Traumatisierung, Mehrsprachigkeit in Kitas und bei der Zusammenarbeit mit deutschen und ausländischen Eltern.

Regelmäßige Netzwerk-Treffen

Einmal pro Jahr findet ein Netzwerk-Treffen mit den anderen WillkommensKITAs statt. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen steht hierbei der Austausch über Erfahrungen und Herausforderungen bei der Integration im Vordergrund.

Zehn WillkommenKITAs in Sachsen

WillkommensKITAs in Sachsen
© Sächsische Staatskanzlei

Auch wenn noch viel zu tun bleibt, ist die Leiterin der AWO Kita »Buratino« sehr zufrieden mit dem Integrations-Projekt. Durch die Einführung ist ein lokales Unterstützungs-Netzwerk in Gröditz entstanden. Heute arbeiten das Asylbewerber-Heim, die Stadt Gröditz und die Kita sehr eng zusammen und tragen dazu bei, den Integrationsprozess vor Ort zu gestalten.

Mittlerweile gibt es zehn WillkommensKITAs in Sachsen - sechs davon im städtischen Bereich. Mehr werden es nach Auskunft von Axel Möller vorerst nicht werden. Wichtiger ist es in seinen Augen, das die derzeitigen WillkommensKITAs ihre Erfahrungen aus dem Programm mit anderen Kitas in Sachsen teilen und als Vorreiter beim Thema Integration fungieren.

FAQ zum Thema Asyl

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